Politische Willensbildung


Die Analyse der politischen Willensbildung in unserem Gehirn – Neuropolitics

(Carsten Willer)

(Dieser überlange Text ist der Versuch, die Keyword-Kombi „Politische Willensbildung“ mit „Holistic SEO“ auf die erste Google-Seite zu bekommen, was offensichtlich nicht gelang. Dafür sind wir aber mit der Keyword-Kombi Neuro-Dating auf der ersten Google-, Bing-bzw. Ecosia-Seite:-) @Google: @Bing: Das ist nicht intelligent, was eure Algorithmen da machen.)

Der Prozess der politischen Willensbildung vollzieht sich laut Neuropolitics im Unterbewusstsein und entzieht sich der bewussten Abfrage. Bei Handlungs-, Kauf- oder Wahlentscheidungen haben wir zumindest das Gefühl, vollkommen bewusst abzuwägen und dann frei zu entscheiden, welche Option in eine Handlung umgesetzt wird. Obwohl wir heute schon wissen, dass viele Abwägungen und Entscheidungen gar nicht mehr ins Bewusstsein gelangen, genügt uns der Gedanke, dass wir vermeintlich auch anders hätten entscheiden können. Die Determiniertheit unserer Entscheidung ist uns nicht bewusst.

Politische Willensbildung

Geht es um die politische Willensbildung oder die Herausbildung einer individuellen Weltanschauung können wir uns schon eher vorstellen, dass das Unterbewusstsein eine viel größere Rolle spielt. Der Gedanke, ich arbeite jetzt mal bewusst an meiner politischen Einstellung, dürfte den meisten wohl fremd sein. Die Prozesse der politischen Willensbildung, wie genetische Disposition, Elterneinfluss, Umfeld sowie Verarbeitung selbst gemachter Erfahrungen, laufen fast komplett im Unterbewusstsein ab und deshalb haben wir auch keinen bewussten Zugriff darauf.

Meinungsforschung per Fragebogen ist ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend

Für alle Meinungsforschungsinstitute heißt das, diese Prozesse können nicht per Fragebogen eruiert werden. Denn: Auch wenn Menschen auf fast jede Frage eine Antwort konstruieren, haben sie doch in Wahrheit keine Ahnung, warum sie so oder so denken, warum sie sich links oder rechts einordnen, warum sie konservativ oder liberal handeln.

Das politische Handeln im doppelten Wortsinn

Verkaufen und Kaufen bedeutet für uns im deutschen Sprachraum Handeln im doppelten Wortsinn – erstens so viel wie verhandeln, miteinander interagieren und zweitens so viel wie etwas tun, also aktiv werden. Wenn wir im Folgenden von Handeln sprechen, meinen wir immer beides.

Denn beides setzt permanente Entscheidungsprozesse voraus. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um alltägliche Entscheidungen im persönlichen Leben, um die Anbahnung von Kaufentscheidungen oder um politische Entscheidungen im Zusammenhang mit der politischen Willensbildung bzw. der persönlichen Weltanschauung handelt.

Verhandeln findet immer zwischen zwei sich gegenüberliegenden Polen statt und zieht das daraus resultierende Handeln nach sich: Die Entscheidung für oder gegen einen Partner/in, einen Job, eine Lebensweise oder eine Kaufentscheidung, eine Wahlentscheidung, eine Entscheidung, politisch aktiv zu werden, ist immer determiniert.

Bei Kauf- oder Wahlentscheidungen haben wir zumindest das Gefühl eine bewusste, selbst bestimmte Entscheidung treffen zu können. Wie erliegen der Illusion, alles unter Kontrolle zu haben und unser selbst bestimmtes Handeln bewusst steuern zu können.

Bei der politischen Willensbildung, sei es die Entwicklung der eigenen Weltanschauung oder die Verarbeitung der täglich auf uns einwirkenden politischen Kommunikation, sind wir schon eher bereit, unseren willentlichen Einfluss zu reduzieren.

Bei diesen Prozessen hat unser Bewusstsein nur noch „die Rolle des Pressesprechers“, wie es Daniel Kahneman einmal formulierte. Das Bewusstsein gibt nur noch bekannt, was das Unterbewusstsein verarbeitet, analysiert und entschieden hat. Ergo: Bei der politischen Willensbildung haben wir fast überhaupt keinen bewussten Zugriff auf die Prozesse, die im Unterbewusstsein ablaufen. Alle politischen Entscheidungen und Handlungen von Menschen sind determiniert.

Bei der Analyse zur politischen Entscheidungsfindung bedienen wir uns einer Analogie und nehmen Anleihen bei Marx und Engels. Wir wissen nicht genau, was im Gehirn von Karl Marx entstanden ist und ob Friedrich Engels es nur aufgeschrieben oder auch selbst weiterentwickelt hat.

Wir passen die vier Grundregeln des dialektischen Materialismus an unsere politische Entscheidungsfindungs-Theorie an, aus der wir per Gedankenexperiment ein Modell entwickeln werden.

Dialektische Thesen: Politische Willensbildung

  1. Das politische Handeln der Menschen muss als Ganzes betrachtet werden, das einen biologischen Ursprung im menschlichen Gehirn hat.
  2. Das Ganze setzt sich aus untereinander in Beziehung stehenden, voneinander abhängigen und sich in ständiger Bewegung befindenden biochemischen Prozessen im menschlichen Gehirn zusammen.
  3. Diese Prozesse durchlaufen dabei bestimmte Bewusstseinsebenen, die bestimmte qualitative Veränderungen bewirken können.
  4. Die jeweilige Veränderung resultiert nicht aus einem harmonisch ablaufenden Prozess, sondern aus der Lösung des Konflikts der jeweiligen Gegensätze.

Die drei abgeleiteten elementaren Entwicklungsgesetze des menschlichen Handelns.

  1. Das Gesetz „Einheit und Kampf der Gegensätze“ kann uns auch etwas über das menschliche Handeln und die jeweils vorangegangenen Aktivitäten im Gehirn sagen. Aus den Widersprüchen zwischen zwei Polen z. B. zwischen Konformität und Autonomie oder zwischen Effizienz und Chance, die persönlichen und sozialen Prozessen grundsätzlich innewohnen, entstehen immer für den Einzelnen sinnhafte Entscheidungen für das eigene politische Handeln.
  2. Das Gesetz „Negation der Negation“ besagt, dass im Rahmen der Gedächtnis- und Denkprozesse weder das Erinnerte in seiner Gesamtheit abgerufen wird noch das Alte vollkommen negiert wird, sondern die als nützlich bewerteten Aspekte integriert bleiben. Außerdem wird jeder Gedächtnisinhalt bei Abruf mit den aktuellen Gegebenheiten abgeglichen und damit verändert.
  3. Das Gesetz „Anhäufung von Quantitäten – Umschlagen in eine neue Qualität“ beschreibt, wie die mengenmäßige Anhäufung gleicher und ähnlicher Gedächtnisinhalte zu einer sprunghaften qualitativen Veränderung im politischen Denken und Handeln des Menschen führt.

Die Antagonisten Kaufen und Verkaufen

Kaufen steht bei der politischen Willensbildung für Identifikation und Verkaufen für Konfrontation. Nennen wir es also Einheit und Kampf der Gegensätze. Oder Axiom ist gleich Gegenaxiom. Oder Kaufen versus Verkaufen. Verkäufer versus Käufer. Kommunikator versus Konsument. Wunsch versus Wirklichkeit. Bedürfnis versus Befriedigung. Identifikation versus Konfrontation. Diese Dialektik treibt die soziale Entwicklung der Menschheit. Auch wenn die Wörter, die für Kaufen und Verkaufen also Identifikation und Konfrontation benutzt werden und wurden variieren. Menschen kaufen bzw. entscheiden sich, so oder so zu handeln. Diese Interaktionen gehören zum menschlichen Handeln. Verkäufer und Kommunikator müssen allerdings nicht immer aus Fleisch und Blut sein. Politische Inhalte sind auch nur virtuelle Produkte, die sich selbst verkaufen. Ideen verkaufen. Visionen verkaufen. Verpackungen verkaufen. Bilder verkaufen. Worte verkaufen. Haptik verkauft. Filme verkaufen. Plakate verkaufen. Briefe verkaufen. Websites verkaufen. Mathematische Algorithmen verkaufen. Storys verkaufen am besten. Alles was kommuniziert verkauft.

Verkaufen ist KommunikationKaufen auch

Alles ist Kommunikation. Aber wer oder was kommuniziert? Nicht nur der Verkäufer, der menschliche Kommunikator. Nicht nur die politische Marke. Nicht nur die Wahlwerbung. Nicht nur der politische PoS. Politische Kommunikation ist ein komplexer Prozess, den wir gelegentlich gern in einfache Bestandteile zerlegen, um dann zu sagen, so funktioniert es. Den Kommunikationsprozess mit einem Menschen im Einzelnen aufzuschlüsseln und in seiner Gesamtheit zu analysieren ist allerdings praktisch unmöglich, denn dann müssten wir das gesamte biografische Gedächtnis des jeweiligen Rezipienten auslesen können. Das können wir heute noch nicht und die Wahrscheinlichkeit, dass das zu unseren Lebzeiten möglich wird, erscheint derzeit auch nicht sehr groß.

Aber genauso wie wir per Abstraktion Verkäufer- und Käufertypen klassifizieren können, ist es auch möglich Wähler und politische Handelnde zu profilen sowie die politische Sensorik zu entschlüsseln und entsprechende Handlungs- und Denkmuster zu identifizieren und abzugleichen. Dazu bedienen wir uns unseres gesunden Menschenverstandes, also den individuellen Erfahrungswerten, und vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Verhaltens- sowie aus der Hirnforschung.

Im Mittelpunkt eines jeden Verkaufsprozesses steht natürlich immer das Produkt oder die Dienstleistung selbst – das/die allein schon durch seine/ihre physische und „geistige“ Existenz kommuniziert. Farbe, Form, Material, Konsistenz, Funktionalität, Nutzen, Kontext, Sinngebung, das alles sind Informationen über das Produkt, die unser Gehirn wahrnimmt, verarbeitet, mit Erfahrungen abgleicht und so speichert, dass sie unbewusst oder bewusst erinnert werden können. Darauf, was unser Gehirn speichert, haben wir weder Einfluss noch bewussten Zugriff. Alles was uns allgemein emotional berührt, was uns in der jeweiligen Situation als hilfreich erscheint und was unserem Denken und Handeln einen persönlichen Sinn zu geben scheint, wird ins Langzeitgedächtnis transportiert. Wobei das Wort Langzeitgedächtnis wahrscheinlich eine unzulässige Vereinfachung der Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses darstellt, weil wir noch nicht wirklich eine Ahnung haben, wie das genau funktioniert.

Wenn also Verkaufsratgeber und Verkaufstrainer uns darauf trimmen wollen, in der jeweiligen Verkaufssituation diesen oder jenen Verkaufstrick anzuwenden, ist das natürlich viel zu kurz gegriffen. Letztendlich entscheiden nicht die Empathie, die Überzeugungskraft oder die Fragetechnik des Verkäufers über den Verkaufsabschluss. Der Verkauf beginnt sehr viel früher – schon mit der Entstehung des Produktes, der Dienstleistung, der Marke.

Die Kernkompetenz im Leben heißt Verkaufen

Verkaufen ist und war schon immer die Kernkompetenz, die ein Mensch braucht, um sich seinen Platz in seinem sozialen Umfeld zu sichern. Dabei geht es nicht immer nur um Produkte oder Dienstleistungen, sondern auch um politische Inhalte, um Einstellungen und Werte. Der Mensch verkauft sich z. B. selbst, wenn er einen Partner sucht, um eine Familie zu gründen. Er verkauft sich selbst, wenn er um Freundschaften wirbt. Er verkauft seine Meinung, seine Weltanschauung, wenn er mit anderen Menschen diskutiert und Beziehungen eingeht. Und er verkauft seine Zeit und seine Arbeitskraft, entweder an einen Unternehmer oder an ein von ihm mehr oder weniger selbst gewähltes System.

Egal, was man gut kann: Die beste Musik der Welt komponieren, die präzisesten Kurbelwellen des Universums schmieden oder die filigransten Operationen am menschlichen Gehirn zu beherrschen. Nichts verbreitet und verkauft sich in der Regel von allein – auch nicht die beste politische Idee oder das gerechteste Gesellschaftskonzept der Welt. Der weit verbreitete Gedanke, was gut ist, setzt sich auch allein durch, ist eine schöne Illusion. Das scheitert oft schon an der sich entwickelnden Bekanntheit. Selbst oder gerade in Zeiten des Internets ist unser Aufmerksamkeitsbudget stark limitiert. Natürlich findet man immer wieder Beispiele, wie sich Produkte und Ideen in rasanter Geschwindigkeit wie von selbst ausbreiten. Aber das sind die Ausnahmen nicht die Regel. Von all denen, die es nicht schaffen, bekommen wir systembedingt nichts mit.

In der westlichen Welt ist Verkaufen inzwischen häufig zum Inbegriff des kapitalistischen Systems geworden. Dabei wird in erster Linie an Shopping, an maßlosen Konsum gedacht, der viele Menschen rücksichtslos und egoistisch erscheinen lässt. Die sogenannten Kapitalisten selbst erzielen durch das Verkaufen ihre Profite, die sie bei Strafe des eigenen Untergangs ständig zu erhöhen haben.

Verkaufen heißt im darwinistischen Sinn also Überleben. Der Wettbewerb zwischen Unternehmen, zwischen Staaten und auch zwischen Gesellschaftssystemen wird heutzutage weniger durch Produzenten und mehr durch „Verkäufer“ entschieden.

Dass sich nicht alles, was produziert wird, verkauft sehen wir zum Beispiel im Consumer-Markt. Mehr als 90 Prozent aller neu eingeführten Produkte überleben die ersten zwei Jahre nicht. Weil sie zu wenig Käufer finden. Ob das im jeweiligen Fall am Produkt selbst, an der Kommunikation, am Preis, am Zeitgeist oder an allem zusammen liegt, lässt sich selbst im Nachhinein fast nie analysieren. Wir tun es meistens doch und finden eine Ursache, die unser Gehirn als plausibel bewertet. Denn unser Gehirn ist auf Vereinfachung und Energiesparmodus „darwinisiert“. Deshalb kaufen wir gern Marken. Markenkommunikation ist das Superlativ der Vereinfachung, weil sie komplexe Gemengelagen einfach zusammenfasst.

Politische Marken

Die politische Marke ist also auch ein sogenannter „Verkäufer“. Marken werden umgangssprachlich meistens lediglich mit Marketing und Werbung in Verbindung gebracht. Dabei machen letztere nur einen kleinen Anteil aus, wenn man das Modell Marke ganzheitlich und aus der Perspektive des menschlichen Gehirns denkt.

Eine Marke entsteht bereits mit dem Beginn der Existenz einer Partei oder einer Initiative oder eines Gesellschaftskonzepts – ganz ohne Werbung und Markenkommunikation. Unser Gehirn erlebt die entstandene Marke über die Sinnesorgane. Aus dem, was wir sehen, lesen, hören, fühlen, riechen und schmecken, bildet sich unser Gehirn ganz automatisch ein Markenbild. Darauf haben wir in der Regel keinen bewussten Einfluss.

Selbst wenn wir nur sehr wenig Informationen haben, lassen uns unsere grauen Zellen glauben, dass es ausreicht und ein scheinbar komplexes Markenbild bestimmt unser Denken und Handeln. Wahrscheinlich gleicht unser Unterbewusstsein die Informationen mit vergleichbaren gespeicherten Gedächtnisinhalten ab und zieht manchmal auch unzulässige Schlüsse. Die Gedächtnisforscher sprechen von kognitiver Verfügbarkeit. Also das, was uns unser Gedächtnis in Zusammenhang mit der gerade wahrgenommenen Realität gerade zur Verfügung stellt, beeinflusst unsere Entscheidung in entscheidendem Maße.

Selbst wenn wir nur ein Logo sehen oder ein Gesicht eines sympathischen oder unsympathischen Menschen oder eine uns vertraut erscheinende Stimme oder einen akkurat gekleideten Vertreter einer Partei erinnern, unser Gehirn schließt aus den verfügbaren Informationen auf ein komplexes Bild mit Markenwerten und allem was dazu gehört. Diese Informationen, die dazu führen, sind in der Regel nicht bewusst abrufbar und deshalb auch nicht per Studie mittels Fragebögen zu generieren.

Aber auch Menschen, Staaten und Gesellschaftssysteme sind in diesem Sinne Marken. Unser Gehirn verarbeitet jeweils unsere Sinneswahrnehmungen und entscheidet was für unser Leben Sinn macht, wobei die Sinnfrage in den wenigsten Fällen einer bewussten Beantwortung folgt. Das heißt auch, die Faktoren, welcher Typ Mensch bin ich, wo und wie lebe ich und welche Werte sind für mich prioritär entscheidend, sind mit der Sinnfrage sehr eng verbunden, wenn nicht die alles Entscheidenden.

ANNA – Antagonistic Neuro Navigation Atlas

Deshalb macht es auch Sinn zu abstrahieren, ein Muster zu entwickeln, um die Chance zu haben, die vielen komplexen Einflussfaktoren sinnvoll zu verknüpfen. Muster heißt in unserem Sinn, die vereinfachte Darstellung des Zustandekommens von politischen Entscheidungen im menschlichen Gehirn. Ergo: Wir schaffen uns per Gedankenexperiment ein Modell, das uns beim Verkaufen von politischen Inhalten hilft.

Die komplexe Gemengelage bei der sensorischen Verarbeitung von politischen Inhalten muss vom Rezipienten erstens wahrgenommen, zweitens verknüpft sowie drittens verarbeitet und bewertet werden, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Unser Gehirn ist aber auf die Verringerung von Komplexität geeicht und will sich auch beim Handeln nicht sonderlich anstrengen, weil Energie gespart werden muss. Die Experten sind sich einig, dass mehr als 90 Prozent aller unserer Entscheidungen ohne unser bewusstes Zutun zustande kommen. Unser Unterbewusstsein erledigt das für uns im Energiesparmodus. Unser Bewusstsein könnte das aus reinen Kapazitätsgrenzen nicht annähernd leisten.

Aber was passiert da genau in unserem Gehirn, im Unterbewusstsein, im Bewusstsein. Wir haben keine Ahnung, wie und warum Synapsen mittels elektrischen Impulsen kommunizieren, ob die bildgebenden Verfahren im fMRT wirklich Rückschlüsse auf die Wirkungsweise des Gehirns zulassen und wann genau und warum unser Bewusstsein zugeschaltet wird. Wir wissen nur eins. Das menschliche Gehirn weiß nur sehr wenig über sich selbst.

Hirnforscher glauben, herausgefunden zu haben, dass der Mensch zwei völlig unterschiedliche Systeme zur Bewältigung des Lebens einsetzt.

Unser Autopilot, also die „unbewusste Datenverarbeitung“, lässt uns den Alltag meistern. Nicht nur die Körperfunktionen, sondern alle routinemäßigen alltäglichen Dinge werden gesteuert. Grundlage sind genetische Voraussetzungen und bereits erworbenes Wissen sowie Erfahrungen.

Der Pilot, also die „bewusste Datenverarbeitung“, kommt erst dann ins Spiel, wenn eine schwierige, ungewohnte, neue Situation eintritt. Die Suche nach einer neuen Lösung erzwingt folglich das Denken. Und wenn wir das reflektieren, müssen wir erkennen, dass wir ziemlich selten denken. Egal, ob Auto fahren, einkaufen oder fernsehen, bewusstes Denken benötigen wir dabei nicht. Der Automatik-Modus reicht dafür völlig aus.

Die Hirnforscher glauben auch, dass der Autopilot unser Verhalten viel mehr bestimmt, als uns lieb ist und von der Leistungsfähigkeit das bewusste Denken bei weitem übertrifft. Das Unterbewusstsein ist in der Lage, Informationen sowohl schnell als auch parallel zu verarbeiten und meistert dabei Datenmengen, die unser Bewusstsein nie und nimmer bewältigen könnte.

Wenn wir also so wenig von den wirklichen Ursachen unseres Handelns wissen, beschäftigen wir uns einfach mit den Symptomen. Was wir wahrnehmen können, ist, dass menschliche Gehirne verschieden sind und dementsprechend auch unterschiedliche Entscheidungen treffen. Viele Studien (auch wissenschaftliche) egal ob Verhaltenspsychologie, empirische Forschung und selbst Hirnforschung berücksichtigen das oft nicht. Es werden Untersuchungen oder Befragungen als wissenschaftliche Studien verkauft, bei den die Probanden entweder gar nicht oder nur soziologisch (Geschlecht, Alter, Bildung, Einkommen etc.) klassifiziert werden (und außerdem werden sehr oft ausschließlich Studenten befragt).

Warum ergeben bestimmte Handlungs- und Denkweisen für manche Gehirne Sinn und für manche eben nicht? Welches sind die Einflussfaktoren und welche Muster lassen sich daraus ableiten? Kann uns ein Modell, dass aus neurowissenschaftlichen Erkenntnissen abgeleitet ist, bei der Analyse der politischen Willensbildung und den daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen für das politische Handeln helfen? Entscheiden Sie selbst.

Antagonistic Neuro Navigation Atlas

ANNA

Politische Willensbildung bei Wikipedia

Politische Willensbildung bei Bundeszentrale für politische Bildung

Politische Willensbildung bei Politlexikon

Politische Willensbildung bei Brockhaus

Politische Willensbildung bei Springer

Politische Willensbildung bei Deutscher Bundestag

Politische Willensbildung bei CDU / CSU

Politische Willensbildung bei SPD

Politische Willensbildung bei Bündnis 90 / Die Grünen

Politische Willensbildung bei Die Linke

Politische Willensbildung bei AfD

Politische Willensbildung bei Deutschlandfunk

Politische Willensbildung bei Amazon